Für KARFREITAG

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. (2. Korinther 5,19-21)

 

Versöhnt

 

1.

Man könnte anders leben.

So etwa, dass die Delfine nicht im Plastikmüll verenden.

Dass den neuen Nazis der Nährboden für ihre schmutzigen Parolen entzogen wird.

So, dass unsere Kinder wieder ohne Angst Fahrrad fahren können auf unseren Straßen.

Und dass die Haut der Frauen auf den Blumenplantagen in Kenia nicht weiter verätzt wird.

 

Man könnte anders leben.

Nur: So lebe ich nicht.

Ich nicht. Und vermutlich auch nicht Du.

Sonst würde die Welt anders aussehen.

Wir alle würden sonst anders aussehen.

 

2.

Man sollte anders leben.

Ich mühe mich, immer wieder.

Ich kaufe Milch in Pfandflaschen.

Versuche in Konflikten den Ball flach zu halten.

Ich lasse, wo möglich, das Auto stehen.

Und esse Bananen und Schokolade fair trade.

 

Man sollte.

Mein Fleisch ist willig. Aber mein Geist ist schwach.

 

3.

Du kannst es – sagt Gott.

Ja, wirklich, Du kannst anders leben.

Gott legt Dich nicht fest auf Dein Unvermögen.

Er hat die Welt mit sich selber versöhnt,

damals, in Christus.

 

Du kannst es – sagt er – glaub mir.

Komm, versuch’s.