Für OSTERN

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. (1. Korinther 15,19-21)

 

Über Auferstehung I

 

Kannst du das glauben –

fragst du mich –

das mit der Auferstehung?

 

Aber das kennst Du doch auch – entgegne ich –

dass einer, der hingefallen ist, sich wieder aufrappelt,

dass eine ihre Traurigkeit hinter sich lässt und neuen Mut fasst,

dass einer nach langer Krankheit wieder auf die Beine kommt,

dass eine mitten im Scherbenhaufen beschließt: Ich fang noch mal an.

Tun wir das nicht alle immer wieder:

aufstehen?

 

Schon – sagst du trotzig – aber die Toten, verstehst Du,

die, die ohne Herzschlag sind und ohne Atmung,

wo die Verwesung eingesetzt hat, der Zerfall,

glaubst Du, dass die ...

 

Egeiresthai – sag ich – das heißt: Auferstehen

oder auch einfach nur Aufstehen,

für die Bibel macht das keinen Unterschied.

Wie auch immer:

Es ist ein Wunder,

wenn einer den Tod hinter sich lässt und wieder

zaghaft und mit nackten Füßen

zurück ins Land der Lebendigen kommt.

 

Kannst Du das glauben?

Ja – sag ich – ich trau’s ihm zu, unserem Gott,

er ruft uns ins Leben.

Den einen damals.

Uns alle

ihm nach.

 

 

 

Über Auferstehung II

 

Ich glaube.

 

Ich glaube, dass wir jetzt, wo’s draufankommt, zusammenstehen.

Ich glaube, dass wir mit Besonnenheit und Rücksicht die Schwachen schützen werden.

Ich glaube, dass wir solidarisch den wirtschaftlichen Verlierern unter die Arme greifen werden.

Ich glaube, dass uns diese Krise nicht in die Knie zwingen wird.

Ich glaube, dass wir uns wieder aufrappeln und gestärkt aus diesen Monaten hervorgehen werden.

Ich glaube, dass wir die vielen Opfer im Gedächtnis behalten werden.

 

Ich glaube an die Auferstehung von den Toten.